Mit leichter Verspätung (ähem), hier mal meine Gedanken und Eindrücke zu den Spielen:
Inselflitzer
Das Konzept hat mir sehr gefallen. In der Umsetzung fand ich die Vorlieben und Abneigungen etwas unübersichtlich und schwer zu managen. Letztlich habe ich meistens einfach mein Boot vollgeladen und auf das Beste gehofft. Weniger Eigenschaften und mehr Auswahl an Fahrgästen hätte da möglicherweise geholfen. Weiter verkompliziert wurde die Angelegenheit auch dadurch, dass das Info-Overlay zeitweise komplett verschwunden ist.
Zimmerservice & Zombies
Auch hier gefiel mir das Konzept (leider habe ich aber nur einen Charakter ausprobiert). Die Texte fand ich angenehm zu lesen und die Rätsel überwiegend nachvollziehbar. (Der Kühlschrankcode war mir ein wenig zu abstrakt und ich denke es hätte wohl natürlicher gewirkt, wenn man die Leiter ohne Bauplan hätte bauen können.) Alles in allem hätte ich gerne mehr von dem Spiel gesehen.
Der letzte Pirat
Ich fand das Spiel unterhaltsam und habe es bis zum Ende durchgespielt. Die perspektivische Karte war ein netter Touch und die Schiff-vs-Schiff-Kämpfe eine erfrischende Abwechslung. Das Spiel war zeitweilig ein Kandidat für meinen Platz 3, aber letztlich waren mir die Kämpfe dann doch eine Spur zu eintönig (und auf der unnötig schwierigen Seite) gewesen. Ein paar taktische Möglichkeiten mehr und etwas interessantere Belohnungen hätten das Spiel deutlich aufwerten können. Auch haben die Dialoge mich nicht so recht überzeugen können. Ich hatte das Gefühl, dass diese zur Hälfte aus Referenzen zu anderen Spielen bestünden, was es mir schwer machte dem Ganzen zu folgen.
NecroIsland
Hier hatte ich zunächst Startschwierigkeiten, hab das Spiel aber schließlich auf dem Laptop zum Laufen bekommen. Erneut hat mir hier das Konzept ziemlich gut gefallen und ich hätte gerne weitergespielt und gesehen, was es noch so an Kreaturen gibt. Leider waren mir die Kämpfe nach einer Weile zu wenig abwechslungsreich und die Steuerung zu schwerfällig. Da ich keine Speicheroption finden konnte, habe ich es daher nur etwa bis Runde 50 geschafft.
Kein Zurück
Das Erkunden der Insel macht Spaß, auch wenn das Mapping oft nicht ganz sauber ist (teils unituitive Begehbarkeiten, verbuggte Kartenübergänge, Fehler beim Layering etc). Allerdings war mir oft nicht ganz klar, was ich eigentlich zu tun hatte. Vermutlich wäre dies am zweiten Tag klarer geworden, aber leider hatte ich an dieser Stelle einen Gamebreaker. (Der erste Kameraschwenk nach Verlassen des Schiff startet immer wieder von vorn, wenn man zwischenzeitlich zum Schiff zurückkehrt. Oder vielleicht auch nur, wenn genau dann der Abend anbricht.) Die Musik hatte ich mir als Pluspunkt notiert.
Nebelwach
Das meiste hatten wir, glaube ich, schon im Chat geklärt, daher will ich mich kurz fassen. Das Spiel wirkt in Bezug auf Grafik, Musik, Stimmung, Texte und Programmierung absolut rund und die Erzählstruktur ist sehr interessant. Das einzige, aber recht massive, Manko ist das Pacing, weswegen das Spiel bei mir nur den dritten Platz belegt hat.
Until we fade
Auch hier hatten wir das meiste schon im Chat besprochen. Kurz gesagt, hatte ich leider ziemlich mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen und konnte mir daher kein objektives Bild von dem Projekt machen.
Zauberfoliant
Dies ist eines der beiden Spiele, bei denen ich nicht lange nachdenken musste, ob es meine Stimme bekommt. Ich mag den Grafikstil mehr als ich es mir erklären kann und ich hätte die kompletten vier Stunden in einem Zug durchgespielt, hätte ich nicht zwischendurch zur Arbeit gemusst. Das Spiel ist gut strukturiert, die Gegner abwechslungsreich, Belohnungen und Charakterprogression interessant, die Bedienung ausreichend komfortabel und der Schwierigkeitsgrad angemessen. (Das Spiel sieht zwar aus wie ein Kind der späten 80er, spielt sich aber nicht so.) Story und Dialoge könnten sich stellenweise etwas runder anfühlen und es wäre schön gewesen, seine Ausrüstung im Kampf anpassen (oder sich die Stärken und Schwächen der Gegner einfacher erschließen) zu können, aber sonst gibt es für mich wenig Raum nach oben.
30 Minuten
Hier hatte ich die gleichen Probleme wie bei Until We Fade, d.h. ich konnte es nur auf dem Laptop starten, für den ich noch keine Maus hatte. Ich bin daher so gut es ging mit dem Touchpad für eine Viertelstunde über die Insel gelaufen, bevor ich unvermeidlich von den Zombies gefressen wurde. Wenn es mehr zu tun gibt als Gegner zu töten und Gegenstände einzusammeln, kann ich aber gerne einen zweiten Versuch starten, sobald ich meine Hardwaresituation bereinigt habe.
Krabbeninsel
Dies ist mein anderer Favorit. Das Kampfsystem wirkt komplex ohne zu überwältigen, die Charakterprogression ist zügig und lädt zum Wiederspielen ein und der (mittlere) Schwierigkeitsgrad ist genau richtig bemessen. Die Charaktere sind charmant-naiv und die Story schafft es gleichzeitig abenteuerlich und entspannt zu wirken. Der Humor trifft für mich nicht immer ganz das Ziel, landet aber unterm Strich bei mir in der Pro-Spalte. Alles in allem ein rundes Spielerlebnis.
Levion
Ich fand es ziemlich schwierig der Story zu folgen, da sie sprachlich in einem recht anstrengenden Stil verfasst ist und einen zunächst mit einer langen Liste an Namen und Hintergrundexposition erschlägt. Ich vermute, dass vieles davon in der vollständigeren Version klarer geworden wäre. Wirklich schade, dass diese verloren gegangen ist. In jedem Fall ein ambitioniertes Konzept mit einer sehr eigenen Stimmung.
Bastion of Shadows
Leider habe ich es nicht geschafft, dieses Spiel so intensiv zu testen, wie es es vermutlich verdient hätte. Das Charaktersystem wirkt ziemlich aufwändig und die Grafik macht einen guten Eindruck. Leider fand ich das Kampfsystem so uninteressant und die Steuerung so schwerfällig, dass ich nach einem halben dutzend Kämpfen die Lust verloren habe.
Tagebuch einer Liebe
Ich mag die Stimmung und die Rätsel und hätte das Spiel definitiv durchgespielt, wäre da nicht der berüchtigte Autodiebstahl gewesen (auch schienen mir die Ampeln in der Stadt nicht angezeigt zu werden). Trotz dieser Probleme war dieses Spiel ein Kandidat für meine dritte Stimme.
Aina's Boat Training
Ein dadaistisches Meisterwerk und definitv das Spiel mit der besten LOL/Minuten-Rate. Danke.
Warten auf den Wasagul
Immer wieder schön, wenn beim Call to Adventure nur der Anrufbeantworter rangeht und der Held einfach liegen bleibt.
Sprachlich und stilistisch war dies für mich einer der stärksten Beiträge. Leider war der Rest nicht ganz so überzeugend. Die Grafik wirkte wie ein ziemlicher Mischmasch und auch technisch fand ich das Spiel nicht sehr beeindruckend. Speziell die Kämpfe wirken wie nachträglich eingebaut. Ich hätte das Spiel wirklich gerne weitergespielt, aber leider war für mich im zweiten Kampf Schluss, da ich vom ersten noch ziemlich mitgenommen war und keine Möglichkeit gefunden habe mich zu heilen.