Code von KI - Wie steht ihr dazu ?

There are 35 replies in this Thread which has previously been viewed 1,033 times. The latest Post (May 31, 2026 at 3:06 PM) was by grinseengel.

  • Gerade in letzter Zeit hat KI einen schlechten Ruf bekommen. Was ich völlig verstehe. Und das KI-generierte Bilder in Games nix verloren haben ist auch klar.


    Aber wie steht ihr zu den lästigeren Teilen der Entwicklung wie z.b. Programmieren? Ich persönlich sehe da kein Problem da ich Programmieren hasse, daher ist KI zumindest in der Hinsicht bei mir Willkommen. Aber wie seht ihr das ?

  • KI-generierter Code kann tatsächlich hilfreich sein - im sehr begrenzten Rahmen.
    Zum Beispiel wenn ich schnell eine Reihe an Test Cases oder If-Else-Zweige generieren, den Code meiner Funktion optimieren möchte oder ein Mockup für eine UI erstellen möchte. Mit den richtigen Einstellungen und sinnvollen Anfragen kann ein KI-Agent da schon Zeitersparnis bringen.

    Doch da kommt das entscheidende Problem: Je komplexer der Kontext bzw. die Anwendung wird, desto mehr Fehler macht die "KI". Denn sie kann den gesamten Kontext der Anwendung schlichtweg nicht kennen (diese KI-Agenten haben auch ein System für Anfragenlimits und komplexere Sachen kosten dann auch mehr). Es braucht dann also schon erfahrene Progammier*innen, die Ahnung von der Thematik haben und den Code bereinigen.

    Deshalb sind Plugins, die mit KI generiert wurden, auch ein ziemliches RIsiko: VIelleicht funktionieren sie, vielleicht auch gar nicht - und von der Kompatiblität mal ganz zu schweigen. Letzteres ist immer ein Problem, wenn man wie im RPG Maker potentiell mit zig verschiedenen Autoren zu tun hat.
    "KI" ist auch beim Coding kein Komplettersatz und zu einem gewissen Grad muss man sich als Entwickler eben auch damit befassen oder eben mit Leuten zusammenarbeiten, die sich noch besser darauf verstehen.
    Wenn man Event-Abläufe coden kann, dann - mit etwas eigenständiger Weiterbildung - auch Code in einer beliebigen Programmiersprache (für MV und MZ ist das ja JavaScript).

    (Woher die KI dann ursprünglich auch trainiert wurde oder wieviel Energie verbraucht wird, habe ich hierbei mal ausgelassen, aber das sind eben auch relevante Faktoren!)

  • Ohne die Grundlagen zu verstehen, kann man auch keinen guten Code erwarten. Selbst wenn dir jemand fertigen Code gibt, weißt du am Ende oft gar nicht, was genau er macht oder wie du ihn anpassen sollst. Gerade beim Programmieren bauen viele Dinge aufeinander auf – wenn die Basics fehlen, wird später alles unnötig kompliziert. Deshalb bringt es mehr, erst die Grundlagen zu lernen, statt nur fertige Lösungen zu kopieren.

    Vor allem Anfänger stellen sich oft vor, dass man mit ein paar fertigen Scripts oder KI-generiertem Code direkt ein komplettes Spiel erstellen kann. In der Praxis funktioniert das aber selten. Ohne Verständnis für Logik, Variablen, Funktionen oder die Struktur eines Projekts wird man schnell an den Punkt kommen, an dem Fehler auftreten oder etwas erweitert werden soll – und dann weiß man nicht mehr weiter. Ein gutes Spiel entsteht nicht nur durch fertigen Code, sondern durch Verständnis dafür, wie die einzelnen Systeme zusammenarbeiten.

    Außerdem macht eine KI nicht „einfach Fehler aus dem Nichts“. Sie arbeitet nach den Angaben, die man ihr gibt. Wenn die Beschreibung ungenau oder unvollständig ist, bekommt man eben auch ungenauen oder unpassenden Code zurück. Man muss der KI deshalb möglichst genau mitteilen, was man eigentlich möchte, wie das System funktionieren soll und welche Anforderungen es gibt. Ohne eigenes Grundwissen kann man aber oft gar nicht präzise genug erklären, was man braucht oder erkennen, warum etwas nicht wie gewünscht funktioniert.

    Ich habe hier ja speziell für Unity und C# mehrere Tutorials zu den Grundlagen erstellt. Genau diese Grundlagen sind wichtig, damit man überhaupt versteht, wie man ein Projekt strukturiert, wie Scripts aufgebaut sind und wie verschiedene Systeme miteinander arbeiten. Wie soll man denn mit einer einfachen Codeanfrage an eine KI plötzlich alles wissen, was man für ein komplettes Spiel braucht, wenn man die Grundlagen vorher nie gelernt hat? Die KI kann unterstützen, aber sie ersetzt kein Verständnis für die eigentliche Entwicklung.

    Ich kann aber auch verstehen, warum die Ansichten zur Nutzung von KI oft kritisch sind. Viele haben Sorge, dass dadurch Lernen oder eigenes Verständnis ersetzt wird. Trotzdem werden wir diese Entwicklung sowieso nicht aufhalten können. KI wird immer stärker in den Alltag und auch in die Spieleentwicklung integriert werden. Deshalb halte ich es für sinnvoller, zu lernen, wie man KI richtig als Werkzeug nutzt, statt so zu tun, als würde sie wieder verschwinden. Am Ende bleibt aber trotzdem entscheidend, dass man selbst die Grundlagen versteht und nachvollziehen kann, was der erzeugte Code eigentlich macht.

    Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass viele Menschen sich davon persönlich betroffen fühlen. Wenn eine KI plötzlich Arbeiten oder Inhalte in wenigen Sekunden erstellt, für die andere früher viele Stunden, Monate oder sogar Jahre an Lernen und Erfahrung gebraucht haben, dann entsteht schnell das Gefühl, dass die eigene Arbeit weniger wertgeschätzt wird. Genau dadurch verschwindet in der Öffentlichkeit oft auch der Blick dafür, wie viel Wissen, Übung und Zeit eigentlich hinter solchen Fähigkeiten steckt. Das betrifft nicht nur Programmierung, sondern inzwischen auch Kunst, Musik, Schreiben und viele andere kreative Bereiche.

  • Ich denke jede/r Dev kann gut für sich selbst entscheiden, welcher Teil der Spielentwicklung zum eigenen kreativen Werk zählt, und was nicht. Für mich sind Grafiken, Story, Dialoge, Musik, Gameplay, Puzzles Teil des Werks, es wär töricht den gsnzen Spass an die KI abzugeben 😄 Code ist für mich aber auch eher ein Werkzeug, dass ich nur brauch, wenn die Limitationen der Engine den Spielspass stören - falls ich kein Plugin finde, dass das lösen kann, ist für mich AI hier ok.

    Es gibt sicher da draussen aber auch Devs, die das Coden lieben, Grossartiges kreieren, und dies als Teil des kreativen Prozesses sehen, die aber vielleicht keine schlauen Dialoge schreiben können und wollen und KI eher da einsetzen. Am Ende muss das jede/r für sich selbst entscheiden... und natürlich transparent machen, damit es die Spieler auch entscheiden können 🙂

    Und noch was zu den bereits gesagten Argumenten: Absolut einverstanden, dass es Sinn macht, die Grundlagen des Coden dennoch zu verstehen. Ohne das, kommt auch mit AI selten was gutes raus. Und jep, der Energieverbrauch ist mist (Bitcoin lässt Grüssen). Mir ist es aber persönlich lieber, KI wird sehr begrenzt genutzt, um z.B. ein crashendes Herzensprojekt zu fixen, als stundenlange Videos von Haifischen in Turnschuhen zu kreieren, die dann vielleicht auch noch mehr Viewer erhalten, als die meisten Herzensprojekte hier 😑 Wenn AI hilft auch ab und zu Inhalte mit Qualität zu erzeugen, ist das doch immerhin etwas 🙂

  • Ich finde es hilfreich und gut, dass es die Möglichkeit gibt. Mehrfach habe ich mit KI bereits Plugins für eine Website schreiben lassen, die ehrenamtlich verwalte, und das hat ganz gut funktioniert.

    Für den RPG Maker habe ich es auch schon ausprobiert. Noch nicht in einem echten Projekt, aber zu Testzwecken und es ist vorstellbar, dass ich für zukünftige Vorhaben darauf zurückgreife. Einmal habe ich ihm konkret die Mechaniken eines von mir erdachten Angelsystems beschrieben und mir wurde ein funktionierendes Plugins basierend auf dieser Idee entwickelt. Mit Events hätte ich es nicht so performativ umsetzen können. Bei einem zweiten Versuch konnte ich das Dialogsystem des Makers anpassen, so dass ich meine Texte (mit automatischem Zeilenumbruch) aus einer externen Datei laden kann statt sie direkt in den Editor zu schreiben. Außerdem konnte er die Funktion umsetzen, smooth jeweils an das gerade sprechende Event zu zoomen, wenn das Event im Editor den gleichen Namen wie der Sprecher aus der externen Datei trägt. Das waren keine zehn Zeilen Code, die aber Gespräche viel dynamischer wirken lassen.

    All die Funktionen hätte ich zwar auch mit bereits bestehenden externen Plugins umsetzen können, doch dabei habe ich oft Kompatibilitätsprobleme zu anderen Plugins gehabt und/oder zusätzliche Funktionen, die ich nicht wollte. Mir nur eine ganz explizite Funktion schreiben zu lassen hat die Fehleranfälligkeit verringert und die Pluginmenge verringert.

    Von daher sehe ich den Einsatz von KI-generiertem Code fast durchgängig positiv, anders als den Einsatz von KI für Texte oder Bilder, wo mir die Qualität oft negativ auffällt.

  • Ich lass mir manchmal kleine Scripte schreiben die ich direkt im Maker für nur eine kurze Situation benötige um es zu vermeiden lange herum zu eventen. Das sind dann meisten 2 Zeilen Code die viel aufwand ersparen. 2 Kleinere Mini Plugins hab ich auch generieren lassen. Denke da ist auch die Fehlerquote oder die Konsequenz das etwas nich funktioniert sehr gering. Es geht meisten darum Menüpunkte zu verändern oder Textboxen anzupassen. Dafür hätte ich früher nen Tag herumexperimentieren müssen mit Sachen die ich nicht 100%tig verstehe und auch was kaputt machen könnte. Oder ich hätte ein Coder belästigen müssen, denn man auch erstmal finden und alles erklären muss. Also mein Workflow hat sich dadurch schon wesentlich erhöht und seis auch nur das ich einfachste mini Skript Befehle nicht mehr googeln muss. (Antwort dann erst in Ergebnis 5 auf Seite 4)

  • Viele feiern (grundsätzlich nicht bezogen auf die Mitglieder dieses Forums) inzwischen KI-generierten Code als völlig legitim und produktiv — teilweise sogar als neuen Standard in der Softwareentwicklung. Gleichzeitig wird bei KI-generierten Texten, Bildern oder Musik oft sofort von „unecht“, „seelenlos“ oder gar „gefährlich“ gesprochen. Diese Doppelmoral finde ich spannend.

    Warum wird ausgerechnet Code so problemlos akzeptiert? Nur weil er funktional ist? Wenn eine KI einen sauberen Algorithmus schreibt, scheint das für viele völlig okay zu sein, weil am Ende „nur das Ergebnis zählt“. Aber bei Kunst, Texten oder Designs wird plötzlich Authentizität, Kreativität und menschlicher Ausdruck verteidigt.

    Dabei steckt auch in Code Kreativität. Gute Entwickler treffen Architekturentscheidungen, lösen Probleme elegant und entwickeln eigene Stile. Trotzdem scheint dort die Bereitschaft viel größer zu sein, KI als Werkzeug oder sogar Mitentwickler zu akzeptieren.

    Andersherum könnte man argumentieren: Wenn KI bei kreativen Dingen „nicht echt“ ist, warum sollte KI-Code dann echter sein? Oder ist unsere Haltung einfach stark davon geprägt, ob etwas wirtschaftlich nützlich ist?

    Ich glaube, viele Menschen bewerten KI weniger nach Prinzipien als danach, ob sie den eigenen Bereich bedroht oder erleichtert. Entwickler sparen Zeit → KI ist gut. Künstler konkurrieren plötzlich mit Millionen generierter Bilder → KI ist böse. Das macht die Debatte oft emotional und widersprüchlich.

  • Viele feiern (grundsätzlich nicht bezogen auf die Mitglieder dieses Forums) inzwischen KI-generierten Code als völlig legitim und produktiv — teilweise sogar als neuen Standard in der Softwareentwicklung. Gleichzeitig wird bei KI-generierten Texten, Bildern oder Musik oft sofort von „unecht“, „seelenlos“ oder gar „gefährlich“ gesprochen. Diese Doppelmoral finde ich spannend.

    Also was ich zuletzt in dieser Richtung gelesen habe ist eher, dass sich viele Entwickler die Hände über den Kopf zusammenschlagen weil sie eine Flut an - sicher gut gemeinter - Vibe Code "Verbesserungen" ihrer Programme erhalten. Gerade Github wollte meine ich dagegen vorgehen, weil vor allem kleinere Entwickler mit dieser Flut überfordert waren.

    Der Unterschied zwischen Code und Bildern/Musik ist mMn, dass sich bei Code viele Dinge wiederholen und nicht so viel Variationen haben, wenn sie gut programmiert werden. Wenn zum Beispiel 3 Softwareentwickler ein Programm schreiben sollen, das etwas bestimmtes tun soll, z.B. Daten über eine API auslesen und in irgendeine Datenbank stopfen und vielleicht noch eine Erfolgsmeldung im Eventlog protokollieren, dann werden vermutlich alle 3 Softwareentwickler sehr ähnlichen Code schreiben, da sie wissen, wie das effizient umzusetzen ist. Das trifft sicher nicht auf komplette komplexe Programme zu, aber auf Teilbereiche/häufig benötigte Funktionen definitiv. Hier macht die KI in kleinen Teilen das gleiche, was ein Entwickler tun würde (ich sage absichtlich in kleinen Teilen, ein Entwickler hat natürlich noch den gesamten Kontext der ganzen Anwendung auf dem Schirm).

    Wenn du aber einer KI sagst "Erzeuge mir ein Bild von einem Baum", dann wird die KI auf der Basis von x Künstlern, deren Bilder es mit Bäumen in Zusammenhang bringt, das Bild eines Baums erzeugen, dass dich unter Umständen an den Stil eines bestimmten Künstlers erinnern wird. Es wird nicht immer den gleichen Baum erzeugen, der am "effizientesten" nach einem Baum aussieht. Und soetwas fällt Leuten einfach tendenziell eher auf.


    Unterm Strich hat vermutlich aber beides eine mindestens fragwürdige Trianingsbasis.


    Quote

    Ich glaube, viele Menschen bewerten KI weniger nach Prinzipien als danach, ob sie den eigenen Bereich bedroht oder erleichtert. Entwickler sparen Zeit → KI ist gut. Künstler konkurrieren plötzlich mit Millionen generierter Bilder → KI ist böse. Das macht die Debatte oft emotional und widersprüchlich.

    Klar, das kommt halt auf den Blickwinkel an, den du einnimmst.

    Für den Künstler, der vor KI vielleicht hauptberuflich mit beauftragten Artworks Geld verdient hat -> KI ist böse.

    Für jemanden, der nicht zeichnen kann und keine Lust hat es zu lernen, aber trotzdem geile Bilder haben will -> KI ist super.


    Grundsätzlich halte ich wie Kelven auch selber machen stets für die bessere Variante. Man sollte vor allem gerade bei Musik oder Bildern nicht unterschätzen, was ein eigener Stil in einem Spiel ausmachen kann. Siehe z.B. die Musik von Toby Fox (Undertale), die einen enormen Wiedererkennungswert hat.

    Man kann deshalb ja trotzdem KI zur Unterstützung nutzen. Wenn man z.B. beim Coden nicht weiß, wie eine bestimmte Syntax ist, statt zu googlen liefert KI da sicher deutlich schneller Ergebnisse. Und man muss keine zweihundert Cookie Banner wegklicken lol xD

  • Im Moment kann KI schon ziemlich gut Code schreiben, kleine Features bauen, Bugs finden oder langweilige Routinearbeit übernehmen. Aber bei wirklich großen und komplexen Programmen reicht das alleine noch nicht. Da geht’s nicht nur um einzelne Codezeilen, sondern um Planung, Überblick, Architektur und tausend Abhängigkeiten, die über Jahre gewachsen sind.

    Trotzdem sieht man schon klar, wohin das geht. Wahrscheinlich wird in den nächsten 3–5 Jahren ein einzelner Entwickler mit KI so viel schaffen wie früher ein kleines Team. Viel Standardarbeit fällt dann einfach weg.

    Dass KI komplette große Softwareprojekte komplett alleine entwickelt, ohne Menschen im Hintergrund, dürfte eher noch 10 Jahre oder länger dauern — zumindest wenn das Ergebnis wirklich zuverlässig und professionell sein soll.

    Der große Wandel kommt wahrscheinlich nicht plötzlich, sondern schrittweise: Erst wird KI ein extrem starker Assistent, dann übernimmt sie ganze Teilbereiche, und irgendwann steuern Menschen eher noch die Richtung, statt alles selbst zu programmieren.

    Greift ki beim Erstellen von Code auf trauningsdaten zurück oder kann sie bereits selbständig Lösungen erstellen?

    Im Grunde macht KI gerade beides. Sie greift auf das zurück, was sie in den Trainingsdaten gelernt hat, kann daraus aber auch neue Lösungen zusammenbauen.

    Wenn es um typische Programmieraufgaben geht, erkennt die KI oft Muster, die sie schon millionenfach gesehen hat, und baut daraus passenden Code. Das ist aber meistens kein simples Kopieren, sondern eher ein Mischen und Anpassen.

    Spannend ist, dass KI inzwischen auch Sachen lösen kann, die so nicht direkt im Training vorkamen. Gerade bei neuen Kombinationen oder ungewöhnlichen Problemen kommt da teilweise echt brauchbarer Code raus, oder zumindest Ansätze die man weiter verfolgen kann.

    Trotzdem hat die KI noch kein echtes tiefes Verständnis wie ein Mensch. Oft wirkt der Code erstmal perfekt, und später merkt man: irgendwo steckt ein Denkfehler drin oder bei komplizierten Fällen bricht es auseinander.

    Deshalb ist KI aktuell eher ein extrem starker Assistent als ein komplett selbstständiger Entwickler. Aber die Richtung ist ziemlich klar.

  • Also Kunst ist Code sicher nicht.

    Dem würde ich tatsächlich widersprechen. Die Definition von Kunst lautet laut Duden folgendermaßen: "schöpferisches Gestalten aus den verschiedensten Materialien oder mit den Mitteln der Sprache, der Töne in Auseinandersetzung mit Natur und Welt". Gemäß dieser Definition ist das Programmieren durchaus Kunst bzw. kann Kunst sein. Ich schließe mich daher auch eher grinseengels Sicht an, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Ich persönlich habe mit KI-generierten Inhalten kein Problem. Wenn durch KI etwas entsteht, dann bleibt ja dennoch ein Grundsatz: Wenn du die Qualität erhöhen willst, musst du das Entstandene nachbearbeiten. Das gilt für Bilder und für Code gleichermaßen.

    Genau so verstehe ich aber die Leute, die mit KI-generierten Inhalten ein Problem haben. Nur dieses "mal so, mal so" kann ich nicht nachvollziehen.

  • Was mein Problem mit AI Code zurzeit ist sieht man auf Itch.io ganz gut. Dort kann man angeben ob Ai im Projekt verwendet wurde.

    Will man jetzt als Entwickler transparenten sein und sagen "ich hab durchaus 1-2 Plugins und Code in meinem Spiel ich klicke mal AI Code an" bekommt das Spiel ein AI Tag + ein AI Code Tag. Das Spiel landet also automatisch in der selben Schublade mit Titeln die ihre Story, Assets, Code, Musik und Text generiert haben. Man beschneidet effektiv seine eigene Reichweit indem man versuch ehrlic zu sein. Da natürlich dann auch viele AI Gegner diese Tags herausfiltern, aber alle Games mit rausgefiltert werden die solche Technologien im Sinnvollen Maße und Rahmen einsetzen.

    Wie das besser funktioniert sieht man bei Steam wo jeder Entwickler in einer Seperaten Box in Textform beschreiben kann was genau am Spiel generiert wurde. Dann kann man sich wenn es einem wichtig ist mit dem Text auseinander setzen und dann ein Urteil fällen.

    Man fühlt sich da echt oft ein wenig gebranntmarkt und durchs Dorf getrieben. Ich bin niemand der diese Slop Games mit Assets direkt und unbearbeitet aus dem Generator gut findet. Aber auch keiner der den Einsatz davon verurteilt sollange die Qualität in anderen Bereichen des Spiels punktet.


    Noch etwas wo ich in Sachen AI Code letztens eine Auseinandersetzung hatte. Ich habe da für MZ das Perfekt Funktionierende und überaus einfach zu nutzende Übersetzungs Plugin gefunden. Als ich das auf einem Discord gepostet habe hies es "Der Entwickler nutzt Vibecode und sollte nicht unterstützt werden"

    Da hab ich endlich für MZ ein Plugin gefunden das Perfekt für mich ist und sollte das aufgeben weil der Entwickler Ne Ai als Hilfe genommen hat? Und in weiteren 1-2 Jahren darf man dann überhaupt nichts mehr verwenden da überall die Gefahr besteht das da einige Zeilen nicht gegoogelt sondern generiert wurden?


    Im Endeffekt muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden was er unterstützt, nutzt und spielt, aber dieser Verblendete Hass (der natürlich auch teilweise gerechtfertigt sein kann) gegen diese Technologie und jeden der sie nutzt ist langsam wirklich ermüdend.

    Ich frage mich wirklich oft was solche Leute tun werden wenn man den Einsatz dieser Tools in einigen Jahren nicht mehr so leicht erkennen wird. Keine Modernen Medien und Spiele mehr konsumieren?

  • Der Tatbestand, dass manche wirklich jede KI-Anwendung sofort in dieselbe Kategorie werfen, ist schon schade. Vor allem diese Absolutheit ohne jede Abstufung. Zwischen „KI als Werkzeug“ und „komplett KI-generiert“ gibt es halt riesige Unterschiede.

    Dass viele inzwischen von den ewigen Hetzen gegen KI genervt sind, kann ich deshalb schon nachvollziehen. Die Diskussion läuft oft nur noch schwarz oder weiß.

    Und ehrlich gesagt ist es wahrscheinlich einfach nur eine Frage der Zeit. Irgendwann wird vermutlich mal ein komplett KI-generiertes Spiel einen Preis gewinnen — allein schon, weil es das erste seiner Art ist. Spätestens dann wird sich die allgemeine Sicht darauf vermutlich sowieso stark verändern.

    Und wenn das Spiel dann auch noch wirklich gut ist, den Leuten gefällt und am Ende vielleicht nur die Hälfte kostet, wird die Akzeptanz vermutlich nochmal deutlich schneller steigen.

  • Natürlich ist es auch (wie so oft) ein Kampf politischer Systeme. Hinter den KIs stehen oft große Konzerne und denen geht es natürlich nicht um das Wohl der Menschheit. Nimmt man dann noch die Leute von Rechtsaußen wie Musk dazu, ist es keine Überraschung, dass das Thema so polarisiert. Die Proteste und Boykottierungen sind gerechtfertigt und sie müssen jetzt kommen, damit generative KIs stärker reguliert werden, bevor es zu spät ist. Ein Kompromiss würde für mich so aussehen, dass generative KIs nur noch mit zur Verfügung gestellten Daten trainiert werden dürfen und dass ihr Einsatz kennzeichnungspflichtig ist.

    Mr. Fu
    Die Definition vom Duden würde ich aber anders interpretieren und ich bin sowieso skeptisch, ob ein paar Worte in der Lage sind, komplexe Sachverhalte zu definieren. Es klingt schon sehr vage.

    Kunst zeigt oder führt auf und wird aus zwei Gründen gemacht, um etwas über sich und die Welt zu sagen und um andere zu unterhalten. Diese Wechselwirkung zwischen Kunstschaffenden und Publikum ist der entscheidende Punkt. Code für sich genommen macht das nicht, er sagt nichts aus und er unterhält nicht, er wird ja nicht mal von den Anwendern gesehen. Das bedeutet nicht, dass er nicht schützenswert ist, aber mit Kunst hat er nichts zu tun.

  • Ich denke, Nuancen sind bei so polarisierenden Themen sehr wichtig - gerade in diesen Zeiten, wo alles auf maximale Konfrontation und Entrüstung ausgelegt ist.

    Nur würde ich das gerne auch mal von KI-Befürwortern erleben: Einfach mal nicht Kritik an KI-Inhalten zerreden und ernsthaft damit interagieren und nicht alles mit hyperbolischen Kommentarspalten auf Social Media vermischen und so tun, als hätten Kritiker sonst nichts zu tun, als euch persönlich zu nerven.
    Natürlich ist es super frustrierend, wenn dann die eigene Arbeit wegen dummen Labeln in eine Schublade gesteckt wird, aber daran sind ja in diesem Fall nun in erster Linie die Altmans, Zuckerbergs. Bezos' und Musks der Welt Schuld, die einem nur halbfertige Grütze penetrant aufdrängen wollen. Warum seid ihr nicht von denen genervt, aber von irgendwelchen anonymen Leuten im Internet?

    Sowas verbuche ich dann tatsächlich eher als "mit zweierlei Maß messen". xD

    Jitsu Koan
    Zu dem Plugin-Anbieter: Ich sehe das Problem dabei eher, dass durch das Vibecoding nicht gewährleistet werden kann, dass der Ersteller etwaige Fehler auch beheben kann. Besonders wenn das dann noch kostenpflichtig ist, hast du da im schlimmsten Fall reine Abzocke.
    Es ist cool, dass das bei dir funktioniert hat, aber ehrlicherweise sollten wir in der Szene in Hinblick auf Anfänger und jüngere Mitglieder schon auf solche Praktiken achten und ziemlich streng damit sein. Ich sehe es auch kritisch, wenn manche Anbieter ihren Quellcode verschlüsseln und damit Kompatiblität sehr erschweren.
    Also, ich würde jetzt niemanden wegen KI-generierten Code alleine bewerten, sondern eher, was die Person damit macht - oder eben nicht.

    Um mal noch für mich den Elefanten im Raum anzusprechen:
    grinseengel Woher ziehst du eigentlich deine selbstbwussten Prognosen?
    Ich würde dir zwar zustimmen, dass LLMs und ähnliche generierte Inhalte in Zukunft durchaus Einzug in den Arbeitsalltag gerade beim Coding halten werden, aber angesichts der spekulativen Natur der KI-Blase bin ich doch sehr zurückhaltend, was Aussagen über die Zukunft angeht.


    Denn die ganzen Agents, Bots, etc. brauchen ja nun einmal LLMs und die Datenzentren dazu. Da wird zwar viel Geld (und heiße Luft) reingepumpt, aber vieles von dem nötigen Bedarf ist ja noch nicht mal gebaut! Stattdessen wurden Verträge geschlossen und Produktionen für viele Jahre reserviert - ohne zu wissen, ob das alles überhaupt auch wirklich geliefert werden kann. Und in der Zwischenzeit kauft man allen Arbeits- und Grafikspeicher der Welt auf...


    Was ich damit sagen will: Unsere verfügbaren Angebote (in Nordamerika und Europa) bauen auf Systemen auf, die - weil sie von geldgierigen Trotteln angetrieben werden - eigentlich ständig wachsen müssten, was sie aber halt nicht endlos können. Und schon heute sind diese Firmen eigentlich katastrophal unprofitabel.
    Angesichtsdessen ist ein Kollaps des ganzen mMn unvermeidlich und was bringt dir diese tolle Technologie, wenn das LLM, das du dafür brauchst, gar nicht mehr online ist? Wenn, dann könnte ich mir höchstens lokale LLMs vorstellen oder man wechselt komplett zu den Lösungen aus China, wer weiß?
    Entscheidend wird sein, ob sich jemand in 10 Jahren noch die Hardware leisten kann, die man dafür benötigen wird. xD

  • Das sind keine „selbstbewussten Prognosen“ im Sinne von „so wird es definitiv kommen“, sondern eher Schlussfolgerungen aus der aktuellen Entwicklung. Vor ein paar Jahren konnte KI kaum brauchbaren Code schreiben, heute bauen Leute damit schon produktive Tools, Spielelemente oder ganze kleine Anwendungen. Der Fortschritt ist also real, auch wenn natürlich extrem viel Hype dabei ist.

    Ich sehe das auch nicht als Schwarz-Weiß-Thema. Natürlich gibt es eine KI-Blase und viele völlig übertriebene Versprechen. Trotzdem heißt das nicht automatisch, dass die Technologie selbst bedeutungslos ist. Die Dotcom-Blase damals ist dafür eigentlich ein gutes Beispiel: Ende der 90er wurde massiv übertrieben und viele Firmen sind später komplett zusammengebrochen. Trotzdem hat das Internet am Ende trotzdem fast alles verändert.

    Und gerade beim Coding sieht man ja schon heute, dass KI nicht mehr nur Spielerei ist, sondern tatsächlich Arbeitsabläufe verändert. Die Frage ist für mich deshalb weniger ob, sondern eher wie schnell und wie weit das geht.

    Man sieht das ja auch in anderen Bereichen wie der Robotik. Vor ein paar Jahren war man noch begeistert, wenn ein Roboter vorsichtig ein paar Schritte laufen konnte, ohne umzufallen. Heute laufen humanoide Roboter teilweise schon Halbmarathon-Distanzen schneller als viele Menschen. Genau deshalb wäre ich vorsichtig damit, aktuelle Grenzen einfach auf die nächsten zehn Jahre hochzurechnen.

  • Man sieht das ja auch in anderen Bereichen wie der Robotik. Vor ein paar Jahren war man noch begeistert, wenn ein Roboter vorsichtig ein paar Schritte laufen konnte, ohne umzufallen. Heute laufen humanoide Roboter teilweise schon Halbmarathon-Distanzen schneller als viele Menschen. Genau deshalb wäre ich vorsichtig damit, aktuelle Grenzen einfach auf die nächsten zehn Jahre hochzurechnen.

    Da muss ich mich wirklich mehr mit den Leistungen aus China befassen: Siehe Tagesschau-Artikel

    Ich war bisher der Auffassung, dass die menschliche Form für viele Robotik-Aufgaben eigentlich eher ineffizient ist - aber solange sie keine Lasten tragen müssen, spricht auch gar nichts gegen einen Marathon. :D

    Ich wollte auch nicht behaupten, dass die Technologie keinerlei Bedeutung hat, aber ich bin mir sicher, dass die tatsächlichen Lösungen, die uns in Zukunft zur Verfügung stehen werden, sich durchaus wandeln werden.

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